Rotscherengarnele – Natürliche Hilfe gegen Planarien
Die Rotscherengarnele (Macrobrachium peguense), oft auch als Inlesee- oder Burma-Garnele bezeichnet, ist nicht nur optisch ein spannender Aquarienbewohner. Besonders geschätzt wird sie für ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Planarien und andere unerwünschte Kleinstorganismen effektiv zu dezimieren. Unsere Tiere stammen aus stabilen deutschen Nachzuchten und sind optimal an das Leben im Aquarium angepasst. Mit ihrem ausgeprägten Jagdverhalten, ihrer Neugier und den auffällig gefärbten Scheren stellt diese Großarmgarnele eine wirkungsvolle und umweltfreundliche Alternative zu chemischen Bekämpfungsmitteln dar – und sorgt gleichzeitig für Leben im Becken.
Kurzportrait: Rotscherengarnele (Macrobrachium peguense)
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Wissenschaftlicher Name: Macrobrachium peguense
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Gebräuchliche Namen: Rotscherengarnele, Inlesee-Garnele, Burma-Schwebegarnele
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Herkunft: Inlesee (Myanmar), angebotene Tiere aus deutscher Nachzucht
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Größe: Weibchen bis ca. 6 cm, Männchen bis ca. 5 cm
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Lebenserwartung: etwa 2 Jahre
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Temperaturbereich: 22–28 °C
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pH-Wert: 6,5–8,0
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Gesamthärte: 6–20 °dGH
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Karbonathärte: ab 3 °dKH
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Beckengröße: ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter)
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Anspruch: mittlerer Schwierigkeitsgrad
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Abgabegröße: ca. 1,5–3 cm
Spezialist für Planarienbekämpfung
Der größte Vorteil von Macrobrachium peguense liegt in ihrem natürlichen Jagdinstinkt. Während viele Aquarienfische Planarien ignorieren, spüren diese Garnelen die Würmer gezielt auf und fressen sie zuverlässig. Dabei werden Bodengrund, Pflanzen und Dekoration systematisch abgesucht – auch schwer zugängliche Bereiche bleiben nicht verschont. Schon wenige Tiere können einen starken Planarienbefall innerhalb kurzer Zeit deutlich eindämmen und langfristig unter Kontrolle halten.
Anforderungen an das Aquarium
Damit sich Rotscherengarnelen wohlfühlen, ist ein gut durchdachtes Becken entscheidend. Die Mindestgröße liegt bei etwa 54 Litern, wichtiger als das Volumen ist jedoch die Struktur.
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Einrichtung: Viele Rückzugsmöglichkeiten sind Pflicht. Wurzeln, Steine, Höhlen, Tonröhren, dichter Pflanzenwuchs und Laub bieten Schutz und Reviergrenzen.
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Wasserqualität: Die Art gilt als robust, bevorzugt jedoch klares, sauerstoffreiches Wasser. Regelmäßige Wasserwechsel von 30–50 % pro Woche sind empfehlenswert.
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Abdeckung: Das Aquarium sollte sicher verschlossen sein, da die Tiere durchaus kletterfreudig sind.
Verhalten und Vergesellschaftung
Rotscherengarnelen sind aktiv, aufmerksam und zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. In Gruppen von etwa 6–8 Tieren verteilen sich Reviere besser, was Stress reduziert.
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Mit Zwerggarnelen: Eine gemeinsame Haltung ist nicht völlig risikofrei. Erwachsene, gesunde Zwerggarnelen werden meist toleriert, sehr kleine Jungtiere oder geschwächte Tiere können jedoch erbeutet werden. In großen, stark strukturierten Becken lässt sich das Risiko verringern, ganz ausschließen lässt es sich nicht.
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Andere Beckenbewohner: Geeignet sind flinke, robuste Fische aus mittleren und oberen Wasserschichten. Kleine Bodenfische sowie Schnecken mit dünnem Gehäuse können dagegen auf dem Speiseplan landen.
Fütterung nach erfolgreicher Schädlingskontrolle
Sind die Planarien verschwunden, benötigen die Garnelen eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung. Als Allesfresser sind sie dabei wenig wählerisch.
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Spezielles Garnelen- oder Krebsfutter (Granulat oder Sticks)
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Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven oder fein geschnittenes Muschelfleisch
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Laub und Erlenzapfen als ergänzendes Dauerfutter
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Übrig gebliebenes Fischfutter wird ebenfalls verwertet
Eine ausreichende Fütterung ist wichtig, um Aggressionen und Kannibalismus – insbesondere nach Häutungen – zu vermeiden.
Vermehrung im Süßwasseraquarium
Die Zucht von Macrobrachium peguense ist auch ohne Brackwasser möglich. Nach einer mehrwöchigen Tragezeit entlässt das Weibchen etwa 20–40 vollständig entwickelte Junggarnelen, die sofort selbstständig sind. Entscheidend für den Zuchterfolg sind viele feine Verstecke, etwa Moospolster oder dichter Pflanzenbewuchs, damit die Jungtiere vor den adulten Tieren geschützt sind.